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Straßdorfer Chronisten

Pfarrer Rudolf Weser       
„Straßdorf Chronik 1938“                                                                                  
Stadtarchiv      
 
Geboren 03.03.1869 in Pflaumloch, gestorben 07.08.1942 in Straßdorf.
Von 1897 bis 1912 war er Kaplan in Gmünd, anschließend 20 Jahre Stadtpfarrer in Söflingen.  Aus gesundheitlichen Gründen setzte er sich 1932 in Straßdorf zur Ruhe, wo er 1942 verstarb. Er wohnte bis zuletzt im Haus Metlanger Weg 20, das seine aus Straßdorf gebürtige Haushälterin Rosa Schurr 1931 baute. Dieses Haus erwarben später die Geschwister Gertrud und Eugen Betz , deren Bruder Josef Betz sich ebenfalls als Chronist der  Vergangenheit Straßdorfs widmete (siehe nachstehend).
 
Das Grab von Rudolf Weser befindet sich noch heute auf dem Straßdorfer Friedhof an der Westseite der Alten Kirche (sog. „Pfarrergrab“). Die „Pfarrer-Weser-Straße“ wurde 1973 nach ihm benannt (früher Kirchgasse).
 
Der renommierte Gmünder Stadtarchivar Deibele bezeichnet Pfarrer Weser als den bedeutendsten Gmünder Heimatforscher. Seine zahlreichen Arbeiten bestechen durch ihre Quellennähe und ihren kritischen Sinn (Zitat aus Wikipedia) und zeugen von einer enormen Schaffenskraft. Weser schrieb viele Aufsätze über die Geschichte der Stadt Gmünd und den Gmünder und Ulmer Raum. Gleichzeitig war er anerkannter Kunsthistoriker.
 
Pfarrer Rudolf Weser verfaßte auch die „Straßdorf Chronik 1938“, die sich im Gmünder Stadtarchiv befindet und dort eingesehen werden kann. Außer dieser Chronik dokumentierte er in zwei weiteren Bänden die Stammbäume alteingesessener Straßdorfer Familien. 
 
W ü r d i g u n g e n:
„Zum Gedenken an den 100. Geburtstag von Stadtpfarrer a.D. Rudolf Weser“
von Adolf Deibele in „Stauferland – Geschichtsblätter für Stadt und Kreis Schwäbisch Gmünd von Juni 1970, Nummer 5
„Stadtpfarrer Rudolf Weser -  Ein Gedenken zu seinem 60. Todestag am 7.August 2002“
von Pfarrer Alfons Häring in „Heilige Kunst 33“ 2002/2003 S. 164-166
 
 Josef Betz                  
„Aus der Straßdorfer Chronik“   
Mitteilungsblätter der Gemeinde Straßdorf  1961 –     1966 (84 Seiten)
Es existiert keine andere Publikationsform. Die derzeitige Aufbewahrung in einem Klemmordner ist unbefriedigend.  Ich habe im Januar 2013 die Kapitelüberschriften aufgelistet. Dadurch entstand gleichzeitig  ein Inhaltsverzeichnis (Index), so daß man nunmehr eine  bessere Übersicht über die Arbeit gewinnt.
 
Oberlehrer Josef Betz, gebürtiger Straßdorfer (*30.04.1911,  + 17.06.1998), Donzdorfer Str. 14 (neben dem Rathaus), forschte in seiner Freizeit und später im Ruhestand im Gmünder Stadtarchiv und in den Pfarrbüchern der Kirchengemeinde Straßdorf. Mit seinen umfangreichen und fundierten Aufzeichnungen leistete er einen wertvollen Beitrag zur Geschichte des Dorfes.
Seine Arbeit umfaßt rund 80 Kapitel, in denen er über die Geschehnisse in den vergangenen Jahrhunderten berichtet. Er schreibt ausführlich über die Geschichte der Höfe und Güter, frühere Besitzverhältnisse, Schulwesen, über Pfarrer, Schultheißen, die Aufnahme von „Häuslern“, Unwetter, Brände und vieles mehr. Einiges hat Josef Betz aus der Chronik Weser übernommen. Diese Übernahmen hat er allerdings nicht als solche bezeichnet – ein kleines  Manko  vielleicht. Das soll aber seine verdienstvolle Gesamtleistung in keiner Weise  schmälern.
Von seinem fundierten Wissen um unsere Dorfgeschichte zeugt auch seine Abhandlung  „Aus Straßdorfs Vergangenheit“  im Einhorn-Jahrbuch 1959,  S. 74.
 
Adolf Hägele
„Aus der Vergangenheit von Straßdorf, Reitprechts und Metlangen“
Heimatbuch von 1993   
 
Das Heimatbuch von 1993 ist die erste in Buchform erschienene  Straßdorfer Chronik. In ihr sind die wesentlichsten bisherigen Forschungsergebnisse über Straßdorf verarbeitet. Herausgegeben wurde es vom Ortschaftsrat Straßdorf und Adolf Hägele, Rektor i.R. unter Beratung des Stadtarchivs Schwäbisch Gmünd.  
                                                                      
Rektor a.D. Adolf Hägele, gebürtiger Straßdorfer,  war bei diesem Heimatbuch auf Bitte des Ortschaftsrates federführend. Er verfaßte gut zwei Drittel der Beiträge selbst aufgrund eigener Recherchen sowie durch Auswertung bzw. gekürzte Wiedergabe der Aufschriebe von Pfarrer Weser und Oberlehrer Josef Betz.
 
Weitere Autoren im Heimatbuch: Bernhard Blessing, Günter Ley, Alfred Grupp, Harald Steiner, Anton Käßer, Karl Fischer, Otto Bader und Berthold Nußbaum.
 
Schon Jahre zuvor hatte Adolf Hägele mehrere Abhandlungen über Straßdorf geschrieben so unter anderem in den Jubiläumsfestschriften des Liederkranzes (1983) und des Musikvereins (1985).
Titel seiner Beiträge in den Festschriften:
125 Jahre Liederkranz Straßdorf
Geschichte des Musikvereins Straßdorf
Aus der Geschichte unseres Stadtteils
Die Geschichte unseres Dorfes und Stadtteils in den letzten 50 Jahren
Die letzten Kriegstage in der Gemeinde Straßdorf
 
Bereits in den Achtzigerjahren legte Adolf Hägele zwei große Fotoalben an. Sie enthalten eine Fülle von Fotografien über alte Häuser des Dorfes, Feste und Baumaßnahmen. Hervorzuheben ist die präzise Beschriftung der Aufnahmen. Beide Alben sind ein äußerst wertvoller Bestandteil der Chronik Straßdorfs. Sie befinden sich derzeit im Zimmer des Fördervereins im Bezirksamt.
 
Adolf Hägele (* 04.03.1919) verstarb im Alter von 76 Jahren unerwartet am 04.02.1996 während der Sonntagsmesse in der Straßdorfer Kirche.
 
Dr. Anton Schurr      
„Aus der Chronik Straßdorfs“                                                    
Broschüre („Büchlein“) von 1951
 
Geboren 15.11.1888 in Straßdorf, gestorben  30.04.60 in Baden-Baden.
Studienrat am Parler-Gymnasium.          ( Ich hatte ihn 1951 im Fach Erdkunde. )
Dr. Schurr ist am 01.11.1943 aus Kassel  nach Straßdorf gekommen.
 
Er stammt aus dem Anwesen Schurr (heute Herrmann), Am Burren 12, und wohnte im Haus von Stadtpfarrer Rudolf Weser, Metlanger Weg 20, als Mieter. Ihm widmete Dr. Schurr im Jahre 1951 sein 30-seitiges „Büchlein“.  1955 verzog er nach Baden-Baden, wo er auch verstarb. Seine Frau war Elsässerin.
 
In seinem Vorwort schreibt Dr. Schurr: „Dank der vielen Aufzeichnungen und Notizen, die Herr Stadtpfarrer Rudolf Weser in mühseliger Arbeit aus alten Quellen, Urkunden, Registern zusammengetragen hat und dank mancher Zwiesprache, die ich bei abendlichen Spaziergängen mit ihm über das alte Straßdorf führen durfte, war es mir möglich, dieses Büchlein zu verfassen. Ihm gebührt daher mein besonderer Dank!“.
 
Titel der einzelnen Kapitel:     Straßdorf im Wandel der Zeiten
Das alte Kirchlein zu Straßdorf
Das Schlößle
Die neue Kirche
Das Schulwesen in Straßdorf
Geistliche in Straßdorf                      
 
Dr. Klaus Graf       
„Aus der Ortsgeschichte von Straßdorf“                                                       
Einhorn-Jahrbuch 1982, Seite 207 – 214
 
Klaus Graf M.A., am 21.02.1958 in Schwäbisch Gmünd geboren, ist ein anerkannter deutscher Archivar  - vgl. Wikipedia! Seit 2004 ist er als Geschäftsführer am Hochschularchiv der RWTH Aachen tätig. Er veröffentlichte zahlreiche Arbeiten, u.a. „Gmünder Chroniken im 16. Jahrhundert“ und war redaktioneller Mitarbeiter beim Einhorn-Verlag.                  
 
In seiner Abhandlung, von hoher Fachkompetenz zeugend,  stützte sich Klaus Graf insbesondere auf die Gemeinde-Chronik von Josef Betz. In seinen Anmerkungen verweist er auf weiteres Quellenmaterial und erinnert auch den im Volksmund überlieferten schwäbischen Spruch:
Wer durch Gmend kommt o`glidda, durch Stroßdorf      o`gstridda,
durch Rechberg o`gschlaga - der ka von Glück sage.
 
Schultheiß Franz Xaver Bader
„Chronik der Gemeinde Straßdorf , Oberamt Gmünd“
Bezirksamt Straßdorf         
 
geb.27.11.1854 in Straßdorf, gestorben 28.02.1934 in Gmünd, beerdigt in Straßdof.
Schultheiß vom 28.03.78 bis 31.01.24 – also 46 Jahre!
 
Sein Vater  hieß ebenfalls Franz Xaver Bader. Er war Bäcker und von 1871 - 1873 Schultheiß. Sein Haus mit Bäckerei (und kurzzeitig auch mit Gastwirtschaft) befand sich in der Pfarrer-Weser-Straße (Kirchgasse). Es war das jetzt leer stehende Haus Wamsler („Schneck“). In einem Lageplan von  1881 ist  „Schultheis Bader`s Witwe“ als Eigentümerin  dieses Grundstücks vermerkt.
 
Der Großvater  Joseph Bader ist 1762 in Metlangen geboren.
 
Ein Portrait von Schultheiß Franz Xaver Bader als Ölbild befindet sich im Sitzungssaal des Ortschaftssrates. Die Xaver-Bader-Straße ist nach ihm benannt.
 
Schultheiß Franz Xaver Bader baute 1885 ein Wohnhaus neben der Krone, das er in den 90er-Jahren an die Gmünder Hahnenbrauerei verkaufte, die es zunächst an den „Stadtwirt“ Albert Scherrenbacher verpachtete und anschließend an ihn weiterveräußerte. Im Jahre 1902 erbaute sich Schultheiß Bader ein neues Haus an der Straße nach Gmünd - heute das Haus  Ramnestweg 2 (Ogger).  Nach ihm bewohnte sein späterer Amtsnachfolger Bürgermeister Max Beck dieses Haus als Mieter, bis er 1938 die Dienstwohnung im neu erbauten Rathaus beziehen konnte.
 
Schultheiß Bader hatte 7 Kinder. Sechs starben bei der Geburt oder im Kindesalter. Nur das 4. Kind, die Tochter Klothilde, geb. 04.03.1890 überlebte. Sie heiratete Anton Lang aus Gmünd. Schultheiß Bader, seit 1909 verwitwet, verzog 1929 zu ihr nach Gmünd, Erhardstr.24, wo er 1934 verstarb.
 
Bei der Chronik handelt es sich um ein großformatiges, gebundenes Buch, das auf Grund einer Empfehlung des Königlichen Statistischen Landesamtes nach einem einheitlichen Muster von den Schultheißen geführt wurde. 
 
Schultheiß Bader hat in dieser „Orts-Chronik“ handschriftlich in Kurrentschrift die wichtigsten Ereignisse in der Gemeinde ab 01.1.1910 festgehalten – vergleichbar mit den späteren Jahresrückblicken der Bürgermeister und Ortsvorsteher.  So schrieb er unter anderem über die Eröffnung der Bahnlinie, über den Bau der neuen Kirche und über die Drangsale im ersten Weltkrieg. Nach seiner Zurruhesetzung 1924 führten seine Nachfolger die Chronik  in gekürzter Form bis 1926 fort.
 
 Weitere Autoren
 
Albert Deibele:      
„Unsere Heimat früher und heute“
Festschrift 1958 zur Hundertjahrfeier des Liederkranzes               
Oberstudienrat Albert Deibele ( 1889-1972) hat sich als Heimatforscher und Begründer  des
Gmünder Stadtarchivs große Verdienste erworben. Er war Gmünder Ehrenbürer.
 
Deibele beschreibt unsere Dorfgeschichte  und ihre Einbettung in die jeweiligen  gesamtgeschichtlichen Vorgänge im Gmünder Raum.
 
Bürgermeister Max Beck hat an der Arbeit mitgewirkt.   
 
Bernhard Blessing: 
„Zur Geschichte von Straßdorf“
Straßdorfer Heimatbuch von 1993, Seite 9 - 32
 
Der Verfasser, Lehrer von Beruf,  ist der Schwiegersohn von Adolf Hägele und wohnt in Straßdorf, Erfurter Str.4.
 
In seinem ausgezeichneten Heimatbuch-Beitrag erzählt er die Dorfgeschichte seit der Frühzeit bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Er verwertet dabei, wie er selbst schreibt, „eine ganze Reihe hervorragender und genauer Arbeiten“, insbesondere Weser, Betz und Schurr sowie die Gmünder Historiker Graf und Bächle (vgl. Fußnoten Seite 32).
 
In einem Telefongespräch am 21.02.2013 sagte mir Herr Blessing, sein Schwiegervater habe ihn seinerzeit gebeten, diesen Artikel für das Heimatbuch zu verfassen. Das meiste davon habe er der Chronik von Josef Betz entnommen.
 
 Pfarrer Alfons Häring:
„St. Cyriakus Strassdorf“    1. Auflage 1997
„Alte Kirche St. Cyriakus und Kapellen Strassdorf“ Auflage 1999     
 
Es handelt sich um zwei gelungene, anspruchsvolle Kirchenführer über die  Straßdorfer Gotteshäuser mit qualitätsvollen Fotos. Erschienen sind sie in der Reihe „Kleine Kunstführer“ im Verlag Schnell & Steiner GmbH, Regensburg.
Alfons Häring war von 1993 bis 2002 Pfarrer in Straßdorf. Den Ruhestand verbringt er in Bad Waldsee. Mit seinen beiden Werken hat der im Ort hoch geschätzte Geistliche gleichzeitig einen wertvollen Beitrag für unsere Heimatchronik geleistet.
 
 Festbücher von Straßdorfer Vereinen
 
 „100 Jahre Schützenverein in Straßdorf 1897-1997“
Verfasser: Prof. Dr. Gerd Noetzel

Prof. Dr. Gerd Noetzel, Dozent an der PH Schwäbisch Gmünd und langjähriges aktives Mitglied des Schützenvereins, hat eine  Festschrift von hoher Qualität verfaßt.  Sie enthält neben der Geschichte des Vereins  auch interessante Beiträge über das Dorfgeschehen. Zahlreiche Straßdorfer Personen sind auf Fotos festgehalten. 
 
„125 Jahre Turnverein Strassdorf 1874 - 1999“
Redaktion: Adolf Hertling, Otto E. Lackner, Josef Stäb, Andreas Leonardi
 
Das Festbuch ist lebendig geschrieben und bringt dem Leser die wechselvolle Geschichte des größten Straßdorfer Vereins nahe. Viele Fotos erinnern an „alte Straßdorfer“. 
Weitere Festschriften mit historischen Beiträgen:
„150 Jahre Liederkranz Straßdorf 1858“
„125 Jahre Liederkranz Straßdorf 1858“
„100 Jahre Liederkranz Straßdorf 1858“
„50 Jahre Musikverein Straßdorf“
„100 Jahre Klepperle – Jubiläumsfest am Bahnhof Straßdorf 30.-31.07.2011“
 
Alle Festbücher und Festschriften sind wichtige Bestandteile des Ortsarchivs. 
 
Oberamtsbeschreibung     
Sie ist die erste, grundlegende, zusammenfassende Darstellung Straßdorfs - enthalten in der „Beschreibung des Oberamts Gmünd, herausgegeben von dem Königl. statistisch-topographischen Bureau, Stuttgart, H. Lindemann 1870. 
Aus dieser Beschreibung haben alle vorgenannten Chronisten zitiert. Nicht darin aufgeführt ist allerdings die erste urkundliche Erwähnung Straßdorfs von 1269, sodaß dieses Datum wohl Rudolf Weser zu verdanken ist („Straßdorf Chronik 1938“).
                                                                                                         
 
Stand 16.02.16                   Ernst Plass