Wege zur Kunst
Ein Projekt des FörderVerein Straßdorf e.V.
Vor der prächtigen Kulisse des Albtraufs wird seit 2002 in der Umgebung Straßdorfs die reiche und künstlerisch umfassende bildhauerische Tradition des Altkreises Schwäbisch Gmünd über mehrere Generationen hinweg präsentiert.
Veranstaltungen 2026 zu den „Wegen zur Kunst“
Sommerabend auf den “Wegen zur Kunst”
„Kunst – Wein – Musik“ – das erwartet Sie am 29. Juli ab 19:30 Uhr auf den „Wegen zur Kunst“. Wir starten und beenden unsere Runde beim „Weitblick“ von Andreas Futter. Was der König in Lederhosen wohl denkt, wenn er so über Straßdorf schaut? Andreas Futter wird uns selbst sagen, was er sich beim Erschaffen der Skulptur gedacht hat. Unsere Tour zeigt uns einen Ausschnitt aus der regionalen Bildhauerkunst: 1952 schuf Jakob-Wilhelm Fehrle das „Mädchen“, Rolf Haug um 1965 die „Stele“. Fritz Nuss hat seine „Hirtin“ 1978 geschaffen und 2020 Andreas den „Weitblick“.
Werner Nussbaum und Anna Rieg-Pelz führen durch die Tour. Und den Abschluss bildet ein Gespräch zwischen Bernd Wick und Andreas Futter. Wir freuen uns auch auf Ihre Fragen und Gedanken.
Mit Livemusik begleitet uns Fabian Sorg mit Gitarre und Gesang. Ganz nach dem Motto: „Songs to sing along“. Unterwegs mit Liedern zum Hören und Mitsingen.
Für Sitzgelegenheiten ist entlang des Weges gesorgt. Und zum Schluss laden wir zu einem gemütlichen Beisammensein mit Wein und Fingerfood ein. Hoffentlich bei einem wunderschönen Sonnenuntergang gen Westen. Starten sie mit uns ganz entspannt in die Ferien!
Die Skulpturen
Ecce me
Max Seiz
Bronze 2002
Max Seiz ist 1927 in Schwäbisch Gmünd geboren und 2020 auch hier verstorben. Seit 1953 war er freischaffender Künstler in der Stilrichtung der Klassischen Moderne. Seine Skulptur erscheint wie ein griechischer Kuros in der Landschaft. Der Künstler selbst hat dazu einen Text verfasst:
"... ich bin als freier Mensch an das All gebunden, mit dem Land verbunden, mit Dir eingebunden und doch ein freier Mensch".
Sieh` doch im Osten das Morgenrot
Eckhardt Dietz
Edelstahlguss 2002
Der Künstler war seit 1962 in Schwäbisch Gmünd tätig. Seit 1980 konzentrierte er sich auf die Bildhauerei. Seine Skulptur verband er mit vogelkundlichen Studien während seiner Jugend. Die Figur geht mit wehendem Gewand Richtung Rechberg, doch den Blick richtet sie zur aufgehenden Sonne nach Osten.
Daphne
Josef Baumhauer
Bronze 2002
Seit 1955 war er als freischaffender Bildhauer und Maler in Schwäbisch Gmünd tätig. Der Künstler wählte als Motiv das Thema aus der griechischen Mythologie:
Daphne, eine Nymphe, entzieht sich dem zudringlichen Gott Apoll, indem sie in einen Baum verwandelt wird.
Die Skulpturen
Lebensalter
Adolf Bidlingmeier
Muschelkalk 1939
Die Skulpturengruppe des in Straßdorf geborenen Bildhauers wurde nach dem Abriss der ehemaligen Landesgirokasse in der Stuttgarter Königstraße nach längeren Verhandlungen dem FörderVerein Straßdorf überlassen.
Durch die sehr großzügige Unterstützung der ortsansässigen Baufirma Hugo Irdenkauf konnte diese Monumentalskulptur wieder aufgebaut werden.
Wallfahrer
Daniel Wagenblast
Aluguss 2013
Der 1963 in Schwäbisch Gmünd geborene Bildhauer bearbeitet seine nationalen und internationalen Aufträge seit 1990 in Stuttgart.
Seine Absicht, signifikante Gebäude in Zusammenhang mit den Menschen zu bringen, führte zu diesem Motiv.
Der Orts-, Landschafts- und Geschichtsbezug erinnert an den alten Wallfahrtsweg vom Ausgangspunkt am Münster in der Gmünder Innenstadt vorbei an der Straßdorfer Marienkapelle hinauf zum Hohenrechberg.
Sitzendes Mädchen
Prof. Albert Holl
Steinguss um 1930
Der 1890 in Schwäbisch Gmünd geborene Künstler erhielt 1911/12 an der Münchner Akademie der Bildenden Künste seine entscheidenden bildhauerischen Impulse. Als Lehrender an der Höheren Fachschule für das Edelmetallgewerbe war es ihm ein besonderes Anliegen, bei seinen Schülern „den Funken schöpferischer Phantasie zu entfachen, ihre Initiative zu eigenen, frei gewählten Arbeiten und Aufgaben zu wecken.“
Die Skulpturen
Sitzender Löwe
Eugen Greiner
Steinguss um 1935
Der 1891 in Schwäbisch Gmünd geborene Künstler folgte nach einer entsprechenden Lehre nicht dem Wunsch des Vaters, die gut gehende Konditorei in der Gmünder Bocksgasse zu übernehmen. Er fand bedeutende Lehrer in seinem Umfeld und so wurde sein Drang nach künstlerischer Betätigung immer stärker. Greiner war ein ausgesprochener Tierfreund, was auch in seinen unzähligen, weitgehend naturalistischen Tierplastiken Ausdruck findet.
Mädchen
Prof. Jakob-Wilhelm-Fehrle
Bronze 1952
Fehrle studierte an den Kunstakademien in Berlin und München. Wichtige Impulse erhielt er auch durch seine Tätigkeit in Paris (1911-1914).
Er war Zeichner, Maler und Bildhauer. Nach dem ersten Weltkrieg lebte er wieder in Schwäbisch Gmünd und arbeitete hier als freischaffender Künstler. 1928 wurde er zum Professor ernannt. 1974 verstarb er in Gmünd.
Weitblick
Andreas Futter
Bronze und Steinguss 2020
Andreas Futter lebt und arbeitet seit 2005 in Schwäbisch Gmünd. Die Arbeiten von Andreas Futter sind gekennzeichnet durch vordergründigen Humor und hintergründigen Tiefsinn: Hat dieser König wirklich den fürsorglichen "Weitblick", den man sich von einem Herrscher wünscht? Oder reicht sein Weitblick lediglich zu den Drei Kaiserbergen hinüber? Der "Weitblick" von Andreas Futter gibt keine eindeutigen Antworten, er wirft vielfältige Fragen auf. Auch die Frage nach uns selbst.
Die Skulpturen
Hirtin
Prof. Fritz Nuss
Bronze 1978
Nach seiner Ausbildung an der Staatlichen Höheren Fachschule in Schwäbisch Gmünd setzte er sein Studium an den Kunstakademien in München und Stuttgart fort. 1943 wurde er zum Professor ernannt und leitete ab 1952 die Klasse für Plastisches Gestalten an der Staatlichen Höheren Fachschule in Schwäbisch Gmünd. Zwanzig Jahre wirkte er hier als Bildhauer und Medailleur. Seine Figur erinnert an die ausgedehnten Straßdorfer Schafweiden.
Stele
Rolf Haug
Beton um 1965
Durch eine Kriegsverletzung fast völlig erblindet, erhielt Rolf Haug über die Kriegsblindenschule im Schloss Solitude bei Stuttgart Kontakt zum Maler und Bildhauer Fritz von Graevenitz, der ihm wesentliche Impulse für seine künstlerische Entwicklung gab. Seine eigene Ausdrucksform fand er im Figürlich-Abstrakten, besonders in der abstrakten Umsetzung seines Menschenbildes. Er lebte und arbeitete sehr zurückgezogen hier in Straßdorf und in seinem Gmünder Atelier.
Das Gleichnis von den anvertrauten Pfunden
Paulamaria Walter
Betonrelief 1963
Das Wandrelief schuf die Gmünder Künstlerin für die Landeszentralbank in Villingen-Schwenningen. Als Grundlage diente ihr das biblische Gleichnis vom anvertrauten Geld (Lk 19, 11-27). Nach Abriss des Bankgebäudes konnte das Kunstwerk von dem Architekten Dieter Ehnes gerettet werden und an den Heimatort der Künstlerin zurückkehren. Durch sehr großzügige Unterstützung konnte das Werk wiederhergestellt werden.